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Theater, Theater, Theater …

… das vom echten Leben erzählt. Nur so kann man das mobile Klassenstück, das in der Inszenierung des Tiroler Landestheaters derzeit durch Tirols Schulen tourt, auf den Begriff bringen. Die Klassen 2KK und 2HWA wurden am Mittwoch, den 18. 10. 2017 Zuschauer und Mitspieler von „Zigeuner Boxer“, das in ihren Klassenräumen zur Aufführung gelangte.

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Hauptdarsteller  Stefan Riedl schaffte es auf eindringliche und mitreißende Art in der Figur von Hans über seinen einstigen Freund „Ruki“ zu erzählen, der in der Zwischenkriegszeit zum erfolgreichen deutschen Boxer und mehrfachen deutschen Mittelgewichtsmeister wurde.  Ruki, eigentlich Johann Trollmann, konnte boxen, war ein sportliches Ausnahmetalent, durfte es aber nicht sein, weil ihm ein wesentlicher „Makel“ anhaftete: Er war von Sinto-Herkunft und dadurch von vorne herein abgewertet, verachtenswert und eben „undeutsch“. Zu siegen war daher in diesem Regime der Nazis für einen wie ihn undenkbar. Er musste im Ring verlieren, siegte er dennoch, wurden ihm die Titel aberkannt, wollte er, zuletzt im KZ, überleben, wurde er mit dem Tode bestraft. Ausgerechnet sein Freund Hans führte dabei die Waffe.

„Zigeuner Boxer“ ist ein berührendes Stück über Freundschaft und Leidenschaft, Zivilcourage und Verrat, über Hass, Ausgrenzung und Fanatismus, vor allem aber ein Stück gegen das Vergessen.
Die Schülerinnen und Schüler brachten das durch ihre Aussagen im Anschluss an das Stück so zum Ausdruck:

  • „Mir wurde durch das Stück bewusst, dass man sich öfters für seine Freunde einsetzen sollte, sich auch trauen sollte etwas zu sagen und für eine Freundschaft alles geben müsste.“
  • „Ich habe gelernt, keine Vorurteile aufkommen zu lassen und nicht immer alles zu glauben, was in der Zeitung steht. Wichtig ist, sich darüber zu informieren, was wirklich passiert ist.“
  • „Mir wurde bewusst, dass ich immer genauer hinter Schlagzeilen und Titel schauen sollte, denn wenn man die ganze Geschichte und die Details kennt, erscheint alles in einem anderen Licht.“
  • „Ich habe erkannt, dass Vorurteile immer über eine ganze Gruppe „drüberfahren“, aber jeder Mensch ist ja unterschiedlich, auch wenn er einer größeren Gruppe zugehört.“
  • „Es ist wichtig, mehrere Sichtweisen auf eine Sache zu erkennen und zu verstehen;  man sollte sich nicht auf eine Meinung  versteifen.“
  • „Mir wurde bewusst, dass es wichtig ist, Themen kritisch zu hinterfragen und nicht aus Faulheit und Bequemlichkeit alles einfach so hinzunehmen.“
  • „Ich habe gelernt, dass man Situationen von verschiedenen Perspektiven aus betrachten muss, um alle Handlungen nachvollziehen zu können.“
  • „Für mich wurde klar, dass Freunde wie eine Familie sind. Auch in noch so schweren Zeiten stehen sie dir bei und sind für dich da – wenn es richtige Freunde sind.“
  • „Mir wurde durch das Stück bewusst, dass Freundschaft eine gefährliche Waffe sein kann, auf emotionaler Ebene, aber auch im Kampf mit Feinden.“
  • „Ich habe daraus mitgenommen, dass solche Extremsituationen Menschen zu den schrecklichsten Dingen verleiten können – Hans erschießt seinen besten Freund!“
  • „Mir wurde klar, dass man nicht alles gleich glauben sollte, sondern für sich selbst nochmals nachrecherchieren müsste, um eine eigene Meinung und eine eigene Sicht auf ein Thema zu bekommen.“

Bericht: Brigitte Senn und Schüler/innen der 2HWA

Fotos: (c) HAK/HAS und HLW Landeck

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